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Die Henna-Künstlerin

Alka Joshi, HarperCollins Verlag




Ich bin ja ein großer Fan vom Buchclub von Reese Witherspoon und seit dieses Buch bei ihr besprochen und über den grünen Klee gelobt wurde, warte ich nun schon darauf es zu lesen. Da war es natürlich selbstverständlich, dass ich meine schwer angesparten Punkte hier zum Einsatz bringe.

Ich bin ein wenig zwigespalten.

Das Buch von Alka Joshi ist mit Sicherheit als gut zu bewerten und dass es sich dabei um ein Debut handelt ist dies um so stärker hervorzuheben, aber irgendwie habe ich etwas anderes erwartet. Vielleicht liegt es daran, dass ich wenig Klappentexte lese und bei diesem Buch auch die Leseprobe nicht gelesen habe, weil für mich ja klar war ich will es haben. Irgendwie hatte ich den Eindruck es würde mehr um Kunst gehen. Dass ich nun ein Drama inkl. Emanzipationsbuch in Händen hielt hätte ich nie erwartet.

Der Inhalt ist leicht erzählt.

Lakshmi flieht aus ihrem Heimatdorf und von ihrem gewalttätigen Ehemann in die indische Großstadt Jaipur. Dort zieht sie ihr eigenes kleines Unternehmen auf als Henna-Künstlerin. Sie bemahlt die Körper, Hände und Füsse, der wohlhabenden Damen der Gesellschaft…dies ist jedoch nur vordergründig ihre Arbeit, dahinter verbirgt sich ihre eigentliche Arbeit als Heilerin und Helferin von Frauen in Not. Unerwartet taucht ihre Schwester, von der sie nicht wusste, dass sie überhaupt existiert in ihrem Leben auf. Genau zu dem Zeitpunkt an dem Lakshmi sich am Ziel ihrer Träume wähnt, sich ein eigenes Haus erarbeitet hat und sich unabhängig machen kann, als Heiratsvermittlerin. Das Auftauchen von Radha ändert alles in Lakshmis Leben und setzt eine Welle in Bewegung die ihre harte Arbeit zu vernichten droht.

Alles in allem muss ich sagen, fand ich dieses Buch wirklich toll.

Ich habe sehr viel über die Kultur und den Stand der Frauen in Indien erfahren, der mir so nicht bekannt war. Ich fand es besonders interessant die gesellschaftlichen Rituale, zwischen den Frauen und die Abläufe zwischen den Ständen zu lesen, wie die Frauen miteinander umgehen um ihr Gesicht zu wahren und wie sie dennoch gegeneinander auch ankämpfen. Vielleicht nicht offensichtlich aber doch hart und endgültig.

Sehr gelungen fand ich auch die Figur der Schwester, die sich mit ihren 13 Jahren eben wirklich wie ein 13 Jähriges Mädchen verhalten hat und nicht über die eigenen Impulse hinweg in die Zukunft schauen und die Konsequenzen ihres Handelns abschätzen kann.

Alles in allem also ein Buch das von mir 4* bekommt.

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